Drosselbart

Bauchladentheater nach den Brüdern Grimm.

Für Erwachsene, ca. 30 Minuten.


"Es ist auf dieser Welt ein altes Stück:

Es geht der Esel nicht gern vor, nicht gern zurück.

So machts der Mensch im Grunde auf die gleicheTour,

nur nennt er´s Stolz, den Esel heisst er stur -

er nennt sich stolt, den Esel schimpft er stur."


Das Thema der Zähmung der Widerspenstigen scheint seit dem 13. Jahrhundert nichts an Reiz eingebüßt zu haben; es wurde es durch Zeiten und Länder gereicht, bis es zu den Brüdern Grimm kam. (Welche flugs die Demütigung der Königstochter auf die Spitze trieben: Durch die Zerstörung ihrer Tonware durch Drosselbart selbst.)

„König Drosselbart“ ist kein typisches Zaubermärchen, mehr eine didaktische Erzählung, die die Machtverhältnisse einer Beziehung zwischen Mann und Frau zum Thema hat; die Rolle der Frau ist dabei festgelegt: Die Gezähmte und Beschämte.

Allerdings besitzt im 21. Jahrhundert niemand mehr die Deutungshoheit über die Geschichte, und  die moderne Vorstellung von einer guten Beziehung lässt beide Parteien im Märchen nicht tadelsfrei davon kommen. Ist die Königstochter ist arrogant und verletzend, so agiert König Drosselbart überaus nachtragend und als Macho. 

Interpretationen des Märchens gab es bisher viele; die Aufführung des Puppentheaters Pupille Schief reiht sich demütig mit seiner Deutung in die Reihe der Erzähler ein: Ein bisschen frech, ein bisschen frivol, doch weder Mann noch Frau demütigend.